Booturlaub in Holland August 2008

 

mit der   von Hatenboer-Yachting, Nieuwegein

 

 

 

Das Boot

  

Die „Derby 11“ ist ein 10 m x 3,50 m grosses rustikales Boot. 100 PS, 450 Liter Wassertank, 400 Liter Dieseltank und Innensteuerstand mit grossem Schiebedach….die ideale Voraussetzung für einen einwöchigen Törn auf Hollands Flüssen mit 2 Personen.

 

 
 

 

Der Skipper

 

 

 

Obwohl Markus einen Sportbootführerschein See besitzt und als Jugendlicher viel mit der Jolle über die Ostsee gesegelt ist, hat er mindestens 2 Tage gebraucht, um ein kollisionsfreies An- bzw. Ablegemanöver hinzubekommen. Dazu muss allerdings auch angemerkt werden, dass die Crew (die nur aus seiner Ehefrau Sabine bestand) völlig unerfahren war. Dazu mehr in dem Törnbericht. Wenn jemand beabsichtigt, auch einen derartigen Urlaub auf einem Boot zu verbringen, überlegt Euch, ob Ihr ein guter „Einhandskipper“ seid oder zumindestens eine „seetaugliche“ Begleitung an Bord habt. Und für gute Fotos und Videos ist eine dritte Person unabdingbar!

 

 

 

 

 

 

Die Einführung in das Boot durch einen supi netten Hatenboer-Mitarbeiter

 

 

 

Eine kleine Auswahl von Eindrücken und kuriosen Erlebnissen

 

 

 

 

Besonders wichtig für die unerfahrenen Crewmitglieder: Beginnt nie einen Törn, ohne den Fenderknoten in- und auswendig zu können. Glücklicherweise wurde uns dieses vorher mitgeteilt und Sabine hat zu Hause fleissig geübt, ohne wirklich daran zu glauben, dass dieses dringend erforderlich ist.

 

 

 

 

 

 

 

Ebenso verhält es sich mit dem Belegen von Klampen und das ordnungsgemässe Legen der Tampen. Allerdings müssen wir zugeben, dass unsere Tampen nicht immer so vorbildlich vorbereitet waren.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wie wir bereits schon angedeutet haben, war das mit dem An- und Ablegen anfangs nicht so erfolgreich, so dass wir Alternativen zu den vollen Anlegestellen suchen mussten, um unser Boot und die Boote der anderen zu schonen. Gleichzeitig wurden wir von heftigen Stürmen überrascht, die uns das Leben auf dem Boot auch nicht einfacher machten. Während Markus das Boot nach einigen Übungen schon ziemlich gut unter Kontrolle hatte, wusste Sabine leider immer noch nicht (woher auch!), wie das mit der Vorspring ordnungsgemäss zu händeln ist: Glücklich, dass sie den Tampen über einen Poller am Ufer geschmissen hat, zog sie das Boot so ehrgeizig an die Uferkante, dass Markus das Heck nicht an die Uferkante legen konnte und sich der Bug richtig kräftig in die betonierte Uferbefestigung bohrte. Na ja, eher die Mauer in den Bug. Somit hatten wir einen richtig hübschen weissen Fleck über dem Anker, der uns dann die ganze Woche erhalten blieb. Diesen Fleck und die anderen hübschen Muster am Rumpf des Bootes haben wir zwar fotografiert...die müssen aber nicht unbedingt hier zu sehen sein.

Es wurde abenteuerlich….und es gab auch teilweise schlaflose Nächte. Sei es, dass wir unerlaubt in einem videoüberwachten Kanal in der Stadt Diemen bei Amsterdam an einen Zaun festgemacht haben und dabei fast ein parkendes Auto angekratzt haben, im Aarkanal bei Ter Aar an einer Leitplanke zum übernächtigen „parkten“ oder auf der Vecht mit jeglichen Tierarten notdürftig zwei stürmische Nächte ausharrten. Die Tampen wurden an alles gelegt, was einigermassen stabil aussah, um den Orkanböen, die über die Kuhweide an die Steuerbordseite unseres Bootes drückten, standzuhalten.

 

Im Übrigen haben wir davon abgesehen, Fotos von dem unerlaubten Festmachen am Zaun zu schiessen, da uns das doch sehr unangenehm war. Die Geschichte mit der Leitplanke war zwar auch nicht ganz ohne. Aber während in Diemen absolutes Anlegeverbot herrschte, hatten wir im Aarkanal doch ein besseres Gefühl, dass wir niemanden behindern. Wir hatten Glück, dass uns - trotz der Videoüberwachung - keine Polizei besuchte und der uns beobachtende Brückenwärter der Venserbrug morgens bei der Abfahrt noch freundlich zuwinkte.

 

  

 

 

 

 

 

Auf dem Weg zur Spoorbrug bei Gouda

 

 

 

 

 

 

Der Amsterdam-Rijn-Kanal

 

 

Die Vechtbrug...die Brücke, die wir "anbellen" (anrufen) mussten, damit sie sich öffnet.

 

 

 

 

 

 

   

Unsere stürmischen Tage und Nächte auf der Vecht an dem einsamen Anleger in der Nähe von Overmeer. Die schönsten Tage des Törns!

Der Käse wurde uns morgens um 9 Uhr auf das Boot von einem Bauern geliefert, der für das Übernächtigen an seiner Kuhweide 4 EUR pro Nacht kassiert hat.

Fast vergessen, das Ehepaar, dass mit seiner Yacht für einige Minuten anlegte, um mit dem Hund "Pipi machen zu gehen"

           

 

 

 

Fast überall gewesen...

 

Die wunderschöne Stadt Loenen: Das Anlegen hat geklappt!!! Sabine hat schon beim Anblick der kleinen Festmach-Ringe am Ufer Panik bekommen. Wenn es nicht mit einem Poller klappt, wie dann mit einem kleinen Ring??? Aber gerade so eben an der Uferkante, sprang sie mutig an Land und machte die Vorspring fest. Und Markus kam sogar mit dem Heck ran, weil Sabine ja nach einer kleinen Aufklärungskunde jetzt wusste, was sie zu tun hat. Schade, dass es kein Foto davon gibt, wie sie mit dem Tampen in der Hand glücklich auf der Rasenfläche sitzt. An unserer Backbordseite haben am späten Abend für 2 Stunden noch einige junge Männer festgemacht, die noch etwas im Ort zu erledigen hatten. Im Übrigen liegt am Heck ein weiteres kleines Motorboot, dass einem älteren Holländer-Ehepaar gehört. Der Mann hat uns den ganzen Abend mit seiner "neuesten" Technik beschäftigt. Die Frau hat die ganze Zeit (auch um 7 Uhr morgens) gestrickt. Dank dem Holländer haben wir aber auch bootsmässig viel dazugelernt. Er hat uns noch geholfen, dass Boot einmal um zwei Meter "umzuparken", weil wir den Anleger zu grosszügig -aus Angst um sein Boot - ausgenutzt hatten. Am nächsten Tag gab es einen supi netten Abschied!

 

 

Die Ophalbrug in Loenen. Der Brückenwärter, der sich hier neben seinem Häuschen sonnt, nimmt bruggeld für die Durchfahrt "what you want" im Holzschuh

 

 

 

Wir sind glücklich, dass wir diesen Törn gemacht haben!!!